Aufnahme als Partnerunternehmen
der Gemeinwohl.biz

Grundsätzliche Vorgehensweise

Um Leistungen der Gemeinwohl.biz AG für Unternehmen zu erhalten, muss eine Firma Mitglied bei der AG werden. Die Mitgliedschaft wird in zwei Varianten angeboten:

  1. Ohne B2C: Netzwerk-Mitglieder — alle Leistungen außer die Vermittlung ihrer Angebote über das Portal.
  2. Mit B2C: Portal-Mitglieder — sämtliche Leistungen der Gemeinwohl.biz AG für Partnerfirmen.

Eine Mitgliedschaft kommt in zwei Schritten zustande:

  1. Das Unternehmen reicht eine Anfrage für ein Mitgliedschaftsangebot ein.
  2. Nach erfolgter Prüfung durch unser Back-Office erhält es ein individuelles, verbindliches Angebot.

Die Anfrage für ein Mitgliedschaftsangebot kann ausschließlich online ausgefüllt werden. Manchmal wird die Gemeinwohl.biz AG weitere Informationen über das Unternehmen einholen müssen.

  • Eine Anfrage auf Portal-Mitgliedschaft muss alle nötigen Informationen für eine Bewertung der Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens enthalten.
  • Eine Prüfung der Richtigkeit dieser Daten fällt je nach Fall sehr unterschiedlich aus, Einzelheiten dazu stehen unten.
  • Der Aufwand bei der Erhebung dieser Informationen darf die AnfragestellerIn nicht abschrecken.
  • Trotz geringem/vertretbaren Arbeitsaufwand für beide Parteien, muss das Bewertungsergebnis weitestgehend fair und korrekt sein. Denn für die Reihenfolge und Darstellung der Suchergebnisse spielt diese Bewertung eine zentrale Rolle.
  • Eine Bewertung der Nachhaltigkeitsbemühungen entfällt bei einer Netzwerk-Mitgliedschaft.

Als Ergebnis der Anfrageprüfung erhält die AnfragestellerIn (entweder/oder)

  • Ein Angebot zur Aufnahme als Mitglied, inkl. Gebühren, ggf. mit Angabe unserer Bewertungswerte.
  • Einen Ablehnungsbescheid mit Begründung und Einspruchmöglichkeit.
Trenn-Wurm

Das Aufnahmeverfahren

Reiter 1: Firmendaten, Mitgliedsart

Hier sind zunächst die üblichen Namens- und Kontaktdaten der Firma sowie zur Person der AnfragestellerIn einzugeben. Dann wird die Anzahl der Mitarbeiter abgefragt, da daraus der "2P" Gebührenmultiplikator errechnet wird (s. Businessplan). Ferner müssen die Bewertungsfragen an die Firmengröße angepasst werden (z.B. eine Frage über Gehaltsspreizung wäre bei einer 1-Mann Firma sinnlos). Siehe auch hierzu den Leitfaden EPU der Gemeinwohl-Ökonomie.

In diesem Schritt wird auch die gewünschte Art der Mitgliedschaft abgefragt, zur Anpassung des weiteren Prozesses.

Reiter 2: Die KO-Kriterien

Als nächstes muss die AnfragestellerIn zu einer Reihe von "Negativwerten" Stellung nehmen. Das sind Werte wie Verletzung der Menschenwürde, unsolidarisches Verhalten, Umweltzerstörung usw. – sie werden 1:1 von der Gemeinwohl-Matrix 4.1 übernommen. Sie werden nacheinander hervorgehoben, die AnfragestellerIn hat (nach einer kurzen, erzwungenen Bedenkzeit) dann als Antwort diese Auswahl:

  1. Leider Ja – dies gehört zur Praxis unserer Firma
  2. Nur früher – unsere Firma übt diese Praxis nicht mehr aus
  3. Auslaufend – wir sind aktiv im Begriff dies abzustellen
  4. Niemals – unsere Firma macht so etwas grundsätzlich nicht

Die Person, die die Anfrage stellt, muss ihr Gewissen zu jedem einzelnen Punkt prüfen. Bei nur einem "Ja" geht der Anfrageprozess nicht weiter, die übrigen Reiter werden gar nicht erst aktiviert. Die Antwort "Auslaufend" wird in der Übermittlung der Anfrage zu unserem Back-Office hervorgehoben, unsere MitarbeiterInnen müssen sich mit den Einzehlheiten befassen und Rücksprache mit der AnfragestellerIn halten. Ein von der AnfragestellerIn unterschriebenes Schreiben zu dem Thema könnte zu einer positiven Beurteilung der Anfrage führen, evtl. mit einer entsprechend erhöhten Aufnahmegebühr.

Reiter 3: Vorliegende Zertifizierungen

Im nächsten Schritt des Aufnahmeprozesses wird (nur) dieser Reiter aktiviert. Abgefragt werden sowohl allgemeine Zertifizierungen bzgl. der Nachhaltigkeit (z.B. die Gemeinwohl-Bilanz) als auch branchenspezifische Zertifizierungen, z.B. das DGNB Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen. Daher wählt die AnfragestellerIn als erstes aus einer Dropdown-Liste mit Mehrfachauswahl die Branche(n), in der ihre Firma tätig ist. Daraufhin wird die darunterstehende Checkbox-Liste bekannter, branchenspezifischer Zertifizierungen eingeblendet.

Hier eine (unvollständige) Liste von nicht-branchenspezifischen Zertifizierungen, die zum Ankreuzen stehen werden:

Für jeden angekreuzten Zertifikatstyp muss die AnfragestellerIn zur eigenen Zertifizierung einen Internet-Link eintragen, bzw. das Zertifikat als Dokument hochladen.

Wir teilen Zertifizierungsarten in zwei Klassen ein:

  1. Umfassende Zertifizierungen aller (bekannten) Aspekte der Nachhaltigkeit. Hierzu zählen z.B. die Gemeinwohl-Bilanz und der Sustainable Excellence Ansatz. Besitzt die AnfragestellerIn eine solche Zertifizierung erübrigt sich jedwede Bewertung unsererseits – wir übernehmen das vorhandene Bewertungsergebnis.
  2. Zertifizierungen zu Teilaspekten der Nachhaltigkeit. Hierzu zählen viele Zertifikatstypen (z.B. zu ausschließlich ökologischen Aspekten). Ob in der Baubranche, Land- oder Forstwirtschaft, oder in der Fischerei: Sie lassen Aspekte der ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit außen vor, ebenso die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Produkts oder dessen Platz in größeren Kreisläufen, so wie sie z.B. von der Blue Economy adressiert wird.

Liegt eine umfassende Zertifizierung vor, so wird der nächste Schritt, "Bewertungsfragen", übersprungen. Mit Zertifizierungen zu Teilaspekten hat die AnfragestellerIn eine bestimmte Punktzahl sicher; und die Bewertungsfragen werden um alle Fragen gekürzt, die durch die Zertifizierungen sich erübrigen.

Bei der Aufstellung der Zertifizierungsarten und ihre Wertigkeit und Themenabdeckung werden wir Hilfe von erfahrener Stelle brauchen. Diese Hilfe wird im Finanzplan aufgenommen. Als Kandidaten hierfür kömmen z.B. in Frage die GfaW, die Ecornet, die Kathy Beys Stiftung oder der TÜV-Süd.

Zum besseren Verständnis der Bewertungsfragen bitte vorher die Seite über Suchergebnisse lesen.

Reiter 4: Bewertungsfragen

Wird für Netzwerk-Mitgliedschaft versteckt.

Zunächst eine Übersicht zur möglichen Unterdrückung von Fragen:

  1. Liegt mindestens eine umfassende Zertifizierung vor, wird Reiter 4 komplett übersprungen bzw. versteckt.
  2. Liegen eine oder mehrere Aspekt-Zertifizierungen vor, so werden alle Fragen unterdrückt, die sich aufgrund dieser Zertifizierungen erübrigen.
  3. Bei kleinen und Kleinstunternehmen werden aufgrund der Firmengröße irrelevante Fragen immer unterdrückt.

Die Fragen werden generell als Multiple-Choice-Fragen formuliert, um sowohl die Erfassung als auch die Bewertung möglichst einfach zu halten. Einige davon sollen ein Textfeld für Erläuterungen anbieten. Hier ein Beispiel für die Frage Wie groß ist die Gehaltsspreizung in Ihrer Firma?, wobei immer Stundensätze zu vergleichen sind:

  • Maximal 1:2
  • Maximal 1:3
  • Maximal 1:4
  • Über 1:4
  • Plus ein Textfeld für Erläuterung falls nötig.

Ein weiteres Beispiel: Wieviele Menschen mit Behinderung beschäftigt Ihre Firma? (die Frage wird bei Firmen mit 1 - 2 Mitarbeitern unterdrückt):

  • Mehr als 10% der Mitarbeiter
  • Mindestens ein Mitarbeiter
  • Das ist sehr schwierig in unserer Branche! (z.B. Dachdecker)
  • Herzlich gerne aber es fehlt uns an Bewerbern mit den fachlichen Voraussetzungen
  • Wir haben uns bis jetzt nicht darum gekümmert

Die Auswahl und Zusammenstellung der Gesamtmenge an Fragen steht aus. Wir können uns dabei an die oben notierten "Umfassende Zertifizierungsarten" orientieren, und daraus eine – wohl etwas vereinfachte – Schnittmenge bilden, die den eigenen Schwerpunkten und der angestrebten einfachen Handhabung entsprechen. Die am Ende des Abschnitts "Vorliegende Zertifizierungen" erwähnte externe Beratung soll auch hierzu Unterstützung leisten.

Abschließend hat die AnfragestellerIn die Möglichkeit, zusätzlich ein Angebot für einen (Schnell-) Audit ihrer Angaben durch uns zu beauftragen. Dies wird an unsere Audit-Abteilung weitergereicht, die die Aufgabe abschätzt und für das Audit ein Festpreisangebot erstellt. Das Audit-Angebot wird nur zusammen mit dem übrigen Angebot übermittelt - als Option. Ein durch uns erfolgtes Audit bewirkt, dass die Firmenbewertung gelb statt orange hinterlegt wird. Das heißt, sie ist mit eher geringem Aufwand geprüft (was deutlich besser ist als gar nicht geprüft). Dennoch bleibt mittelfristig die Erstellung z.B. einer Gemeinwohl-Bilanz im Rahmen eines Peer-Groups die bessere Option. Die Audit-Abteilung muss samt Kosten und Einnahmen noch im Finanzplan aufgenommen werden.

Reiter 5: Produktkategorien

Nach dem Überspringen bzw. Ausfüllen des Reiters "Bewertungsfragen" folgt die Einordnung der Angebote in (die richtigen) Produktkategorien durch die AnfragestellerIn. Dies ist wichtig, weil sie für Portalnutzer meist die erste Eingrenzung der Suche sein werden. Die Aufnahmegebühr erhöht sich pro zusätzliche Produktkategorie.

Netzwerk-Mitglieder beantworten diese Fragen, damit wir ihnen nur relevante Einladungen und Newsletter zustellen, und sie samt Angebotsarten in unserer Mitgliederliste aufnehmen. Für sie sind jedoch keine Gebühren damit verbunden.

Wie weit eine Produktkategorie gefasst sein soll („Granularität“) ist noch zu klären. Ist z.B. das Angebot eines Lieferanten erneuerbar gewonnenen Energien insgesamt nur eine Produktkategorie, oder soll das Angebot in Herstellungsarten (PV, Wind, Biogas usw.) oder sogar in verschiedenen Tarifen aufgeteilt werden?

Unabhängig davon haben wir hier die Möglichkeit, durch eine bewusste Benennung und Priorisierung der angebotenen Produktkategorien Akzente für die Nachhaltigkeit zu setzen:

  • Kategorien wie "Rüstungsindustrie" werden gar nicht aufgenommen.
  • Reparatur, Wiederverwendung und Recycling erhalten prominente Positionen.
  • Traditionell "weibliche" Tätigkeiten, z.B. Dienst am Menschen, stehen gleich wichtig wie "männliche".
  • Kategorien wie "Die neue Mobilität" sollen vor konventionellem Neuwagenverkauf stehen, ebenso z.B. Studienreisen in Europa vor Fernreisen (Klimaschutz).

Zunächst zeigt der Reiter Produktkategorien die (nicht-wählbaren) Obergruppierungen von Kategorien, die, wenn aufgeklickt, die wählbaren einzelnen Produktkategorien dieser Gruppe zeigen. Ob es eine Obergrenze für die Anzahl gewählten Einzelkategorien geben soll, ist zu klären.

Am Ende der Seite steht ein Bereich in dem die AnfragestellerIn, falls sie für ihr Angebot keine passende Kategorie vorfindet, der Name und die Begründung für eine neu aufzunehmende Kategorie vorschlagen kann.

Als Einstieg in die Erarbeitung unserer Liste von Produktkategorien reicht es, in einer Suchmaschine "Kategorien Waren Dienstleistung" einzugeben; dort findet man nützliche Seiten wie diese vom DPMA.

Reiter 6: Anfrage abschließen

6.1: Vorläufige Gebührenberechnung

Die AnfragestellerIn soll wissen, in etwa welche Gebühren zustande kämen, wenn sie unser verbindliches Angebot auf Mitgliedschaft erhält und annimmt. Zum aktuellen Zeitpunkt können diese Angaben "endgültig" sein, z.B. wenn eine umfassende Zertifizierung vorliegt; oder eine geschätzte Komponente enthalten – vor allem dann, wenn wir selbst ein Audit durchführen sollen.

6.2: Selbstdarstellung

Schließlich muss die AnfragestellerIn eine kurze Darstellung der eigene Firma eingeben. Dies erfolgt in einem Textbereich mit begrenzter Länge und ohne Formatierung, damit wir diese Selbstdarstellung für Portalnutzer als kleiner Dialogbox einblenden können. Hier soll weniger das Angebot an sich gepriesen werden, sondern in aller Kürze ein Gefühl für die "Seele" des Unternehmens vermittelt werden.

6.3: Wahrheitserklärung

Eher der Button "Abschicken" aktiv wird, muss die AnfragestellerIn ein Häkchen setzen bei der Erklärung "Ich versichere, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen...". Danach kann die Anfrage abgeschickt werden.

Trenn-Wurm

Alternativgedanken

Obiger Ansatz beruht auf einer großen Menge hauptsächlich geschlossener Fragen. Denkbar wäre stattdessen die Verwendung von wenigen offenen Fragen, z.B.

  1. Beschreiben Sie die Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeitsbemühungen Ihrer Firma.
  2. Welche Zertifizierungen besitzt Ihr Unternehmen?
  3. Könnten Sie sich vorstellen dass Ihre Firma sich um weitere Zertifizierungen bemüht?

Problematisch bei den offenen Fragen ist ihre quantitave Bewertung, d.h. die Ableitung einer Punktzahl aus den Antworten.

Man könnte auch schon 1 Stern (bzw. Schmetterling…) für eine Zertifizierungsabsicht zuweisen, wobei die jew. Zertifizierung innerhalb von 2 Jahren vorgelegt werden müsste.


Aktualisierung des Mitgliederprofils

Unser Wirken zielt auf (rasche) Verbesserung der Prozesse unserer Mitglieder hin zu mehr Nachhaltigkeit und mehr Förderung des Gemeinwohls. Somit muss die Aktualisierung dieser Angaben (a) jederzeit vom Mitglied selbst verlangt werden können, und (b) mindestens jährlich von uns angefragt werden, ob alle bei uns gespeicherten Daten noch aktuell sind.

Änderungen, die die Bewertung nicht betreffen (z.B. an den Firmen-Kontaktdaten), soll das Mitglied bei der Profilpflege selber vornehmen können. Bewertungsrelevante Anpassungen müssen von unserem Back-Office vorgenommen werden, da das Mitglied selbst keinen Zugriff darauf hat. Solche Änderungen sind kostenfrei – es sei denn, das Mitglied beauftragt ein Audit durch uns (der Preis dafür ist gleich, egal ob es bei der Anfrage oder nachträglich verlangt wird).